Das Herbstrisiko für die Haare: Kopfläuse

Das Herbstrisiko für die Haare: Kopfläuse

Wenn es draußen kühl und feucht wird, lassen die meisten Menschen das Fahrrad im Keller stehen und steigen auf die öffentlichen Verkehrsmittel um. Doch dort lauert eine Gefahr: Kopfläuse von anderen Fahrgästen! Natürlich besteht dieses Risiko auch im Betrieb und für Ihren Nachwuchs im Kindergarten und in der Schule. Aber in den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Risiko aufgrund des vielerorts herrschenden Gedränges am höchsten.

Welche Gefahren bringen Kopfläuse mit sich?

Die Kopflaus, vom Biologen auch Pediculus humanus capitis genannt, sorgt zuerst einmal dafür, dass es in den befallenen Arealen juckt. Das wird allein schon durch die Bewegung der Kopfläuse verursacht. Hinzu kommen die Bisse, mit denen sie sich ihre Nahrung in Form des menschlichen Bluts holen. Das Jucken allein macht die betroffenen Menschen nervös und beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit. Wer kratzt, riskiert Infektionen der Kopfhaut mit Staphylokokken und Streptokokken. Auch können einige Krankheitserreger direkt durch die Bisse der Kopfläuse übertragen werden. Dazu zählen die Erreger des Fünf-Tage-Fiebers sowie des Fleckfiebers, die jedoch in Europa glücklicherweise nicht allzu häufig vorkommen.

Wie lassen sich Kopfläuse erkennen?

Das Erkennen der Kopfläuse ist allein schon aufgrund ihrer geringen Größe schwierig. Deshalb empfiehlt es sich, zur Kontrolle eines Läusebefalls, ein Vergrößerungsglas zu verwenden. Alternativ kann eine Prüfung des feuchten Haars mit einem so genannten Läusekamm vorgenommen werden. Der Läusekamm unterscheidet sich von einem normalen Kamm durch besonders eng stehende Zinken. Wenn der Zinkenabstand nicht größer als 0,2 Millimeter ist, bleiben Läuse und Eier hängen. Sie werden sichtbar, wenn der Läusekamm auf einem weißen Blatt Papier ausgeklopft und ausgestrichen wird. Bevorzugte Regionen für die Eiablage der Läuse sind die Haare hinter den Ohren, im Nacken sowie an den Schläfen.

Wie lassen sich Kopfläuse bekämpfen?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, mit denen Sie den Kopfläusen den Kampf ansagen können. Der rein mechanische Kampf gegen die Läuse dauert bis zu vier Wochen. Dabei wird das feuchte Haar alle zwei oder drei Tage mit dem Läusekamm durchgekämmt. Das sollte konsequent Strähne für Strähne gemacht werden. Diese Prozedur ist sehr zeitaufwändig und verspricht keinen hundertprozentigen Erfolg. Das gilt analog auch für die Geräte, mit denen Kopfläuse durch das Anlegen einer minimalen Gleichspannung getötet werden.

Lokal wirksame Präparate gegen Kopfläuse verfolgen derzeit unterschiedliche Ansatzpunkte. Einige Lösungen enthalten Dimeticone, von denen die Läuse eingehüllt werden, sodass sie letztlich an Sauerstoffmangel sterben. Die Läusemittel mit Dimeticonen gelten als ungefährlich für den Menschen, da es vom Stoffwechsel nicht aufgenommen werden kann. Allerdings haben Dimetocone einen Nachteil: Sie töten nur geschlüpfte Läuse, was eine mehrfache Anwendung erforderlich macht. Darüber hinaus gibt es neurotoxisch wirksame Präparate gegen Kopfläuse. Darin werden Pyrethoide, Organophosphate oder Carbamate als Wirkstoff verwendet. Auch hier gibt es Mängel bei der Wirksamkeit bei der Abtötung der Eier, die eine Mehrfachanwendung erfordern. Die medikamentöse Behandlung von Kopfläusen mit Ivermectin ist in Deutschland nicht zugelassen.

Um einen erneuten Befall mit Kopfläusen zu verhindern, sollten Kleidungsstücke, Bettwäsche, Kämme und Bürsten entweder heiß ausgewaschen oder für einige Stunden in den Gefrierschrank gesteckt werden.