Hallo zusammen,
ich lese hier schon eine ganze Weile still mit, vor allem in den Themen rund ums Haar – die Diskussionen über Haarausfall oder Strukturveränderung haben mir oft geholfen, mich ein bisschen weniger verrückt zu machen. Heute habe ich mich aber doch mal angemeldet, weil ich etwas loswerden möchte, was mir seit Monaten durch den Kopf geht und sich für mich langsam zu einem größeren Problem entwickelt hat.
Kurz gesagt: Ich hab das Gefühl, ich bin nicht mehr ich selbst. Das fing ganz schleichend an – schlechter Schlaf, Stimmungsschwankungen, diese diffuse Erschöpfung, die man nicht richtig erklären kann. Dann kamen körperliche Symptome dazu, vor allem dieses Gefühl, innerlich ständig „unruhig“ zu sein. Als würde jemand die ganze Zeit auf einen unsichtbaren Knopf drücken. Ich wache nachts mehrmals auf, manchmal richtig schweißgebadet, obwohl es im Schlafzimmer nicht warm ist. Tagsüber bin ich müde, gereizt und irgendwie einfach... ausgebrannt.
Was mich beunruhigt: Ich kann diese Veränderungen nicht wirklich festmachen. Ich arbeite wie immer, mein Umfeld ist stabil, ich ernähre mich recht normal, bewege mich regelmäßig. Aber innerlich fühlt sich alles instabil an. Als würde ich mir selbst zusehen, wie ich durch meinen Alltag stolpere. Meine Haut ist trockener, meine Haare wirken strohiger, als würden sie sich dem inneren Chaos anschließen. Ich bin 47, also ja – vielleicht spielt die Hormonumstellung eine Rolle. Aber kann das wirklich solche Auswirkungen haben?
Ich bin niemand, der sofort zu irgendwelchen Mittelchen greift, ich versuche, Dinge erstmal zu verstehen. Aber ich merke, dass mich das Thema mittlerweile auch mental ganz schön beschäftigt. Ich frage mich manchmal, ob das jetzt einfach das neue Normal ist – ob diese Version von mir bleiben wird. Und wenn ja, wie ich damit umgehen kann. Oder ob es doch Wege gibt, das Ganze wieder etwas mehr ins Gleichgewicht zu bringen. Ich hab auch ehrlich Angst, dass das irgendwann auf die Psyche durchschlägt, so wie ich aktuell drauf bin.
Kennt jemand von euch das in ähnlicher Form? Ich hab das Gefühl, viele sprechen nicht offen drüber, gerade wenn man äußerlich noch „funktioniert“. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und mag erzählen, wie es bei ihr weiterging. Ich würde mich freuen, wenn wir uns ein bisschen austauschen könnten – auch wenn’s gerade kein Haar-Thema im engeren Sinne ist, hat das Ganze bei mir eben doch Auswirkungen auf alles, auch auf die äußere Hülle.
Hallo Joules,
puh, ich hätte deinen Beitrag auch selbst schreiben können. Ich bin ein paar Jahre weiter als du, mittlerweile 52, und was du beschreibst, hab ich ziemlich genau so durchlebt. Diese innere Unruhe, dieses Gefühl, nicht mehr in der eigenen Mitte zu sein, obwohl objektiv gesehen gar nichts Gravierendes passiert. Ich dachte lange, ich bilde mir das alles ein. Ich war nie jemand, der besonders emotional war, aber plötzlich war ich so nah am Wasser gebaut, dass mich sogar ein schiefer Blick im Supermarkt aus der Fassung bringen konnte. Und gleichzeitig fühlte ich mich leer wie eine ausgepresste Zitrone.
Bei mir kam dann noch dazu, dass ich völlig aus dem Rhythmus kam. Ich war immer ein Frühaufsteher, plötzlich hing ich ewig im Bett rum und kam morgens kaum hoch. Das war für mich das Alarmzeichen. Ich hab dann angefangen, mich mal ernsthafter mit dem Thema Wechseljahre auseinanderzusetzen. Und ja – das kann echt heftig reinhauen. Nicht bei jeder, aber wenn’s einen erwischt, dann so richtig. Und irgendwie spricht kaum jemand offen drüber, außer es geht gerade um Hitzewallungen.
Ich hab dann angefangen, ein paar Sachen zu ändern. Ernährung angepasst, mehr Pausen zugelassen (nicht so einfach, wenn man sich selber immer als „funktionierend“ sieht), ein bisschen mehr raus an die frische Luft, auch wenn der Schweinehund riesig war. Und irgendwann hab ich mich dann doch mal an das Thema Nahrungsergänzung rangetraut, auch wenn ich da eher skeptisch bin. Meine Erfahrung mit Vitamoment Meno-Komplex war tatsächlich ganz positiv – ich hatte nicht das Gefühl, dass es ein Wundermittel ist, aber irgendwie hat es mir ein bisschen Boden unter den Füßen zurückgegeben. Es war eher subtil, aber spürbar.
Was ich dir vor allem mitgeben will: Du bist nicht allein mit diesen Gefühlen. Und es ist okay, nicht sofort eine Lösung zu haben. Manchmal hilft es schon, sich zu erlauben, dass gerade nicht alles rundläuft. Ich hab viel zu lange gegen dieses diffuse Unwohlsein angekämpft, anstatt mal zu sagen: Okay, das ist jetzt so – und ich darf mich neu sortieren. Klingt vielleicht esoterisch, ist aber ganz praktisch gemeint. Und ja, Haare, Haut, alles reagiert mit – der ganze Körper schreit ja förmlich, dass sich etwas verändert.
Ich wünsch dir, dass du deinen Weg findest. Es wird besser. Nicht von heute auf morgen. Aber es wird.
Dankeschön! Sehr lieb, dass du dir die Zeit genommen hast mir so ausführlich zu antworten. Hilft mir auf jeden Fall weiter.