Haarschmuck der besonderen Art: Porcupine Roach

Haarschmuck der besonderen Art: Porcupine Roach

Wenn Sie den klassischen Irokesenschnitt inzwischen als langweilig empfinden, können Sie mit dem Porcupine Roach für Abwechslung sorgen. Er hat gewisse Ähnlichkeiten, bringt aber zusätzliche Elemente mit. Die Grundlage stellt immer eine Roach Base dar, in die verschiedene Elemente eingebracht werden, die bei Bedarf auch ausgetauscht werden können. Die Roach Base ist im einfachsten Fall löffelförmig, kann aber auch die Umrisse einer Kakerlake mitbringen, weshalb sie im Volksmund auch das Kakerlake bezeichnet wird.

Beim Porcupine Roach kann eigenes Echthaar ebenso verwendet werden wie Fremdhaar oder Kunsthaar. Außerdem können in die Roach Base schmückende Elemente wie Federn oder Tierhaare eingearbeitet werden. Traditionell kamen bei den Ureinwohnern im US-Bundesstaat Missouri die weißen Schweifhaare von Hirschen in Kombination mit dem Deckhaar von Stachelschweinen zum Einsatz. Damit entstand eine sogenannte „Sonne“, die sich zu Beginn der 1990er Jahre auch bei der Gestaltung des Ponys in Europa großer Beliebtheit erfreute.

Wie wird ein Procupine Roach gebunden?

Die Roach Base, alternativ auch Spreader genannt, dient dazu, die aus den genannten Haararten geknüpften Büschel so zu befestigen, dass sie auf dem Kopf dann einen den Strahlen der Sonne ähnlichen Stand bekommen. Dafür werden die Strähnchen traditionell nach der Art der Teppichfransen um einen Faden geknotet. Dieser Führungsfaden wird anschließend beim Porcopine Roach auf den Spreader genäht. Um die notwendige Dichte zu erreichen, sollten drei zahnstocherstarke Strähnchen pro Zentimeter verarbeitet werden. Die einzelnen Strähnchen sollten sehr gleichmäßig sein, um ein optimales Gesamtbild beim Porcupine Roach, auch kurz Porky Roach genannt, zu erzielen. Wenn Sie möchten, können Sie das weiße Schweifhaar der Hirsche mit Textilfarbe nach Ihren eigenen Wünschen vor der Verarbeitung färben. So haben Sie die Möglichkeit, ein Porcupine Poach optimal an die Farbe Ihrer Kleidung oder die Tönung Ihres Naturhaars anzupassen. Inzwischen können Sie im Fachhandel komplette Kits zur eigenen Herstellung dieses Kopfschmucks bestellen.

Woher kommt der Porcupine Roach?

Der Porcupine Roach gehört zum traditionellen Kopfschmuck einiger in Nordamerika beheimateter Indianerstämme. Zu diesen gehören neben den in Missouri lebenden Stämmen auch die Indianer, die sich im US-Bundesstaat New England sowie in der heutigen Region Chicago angesiedelt hatten. Dazu zählen beispielsweise die Potawatomi. Ihre Siedlungsgebiete fielen den Eroberungen Amerikas vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zum Opfer. Die Nachfahren der einstigen Potawatomi sind heute überwiegend im US-Bundesstaat Oklahoma anzutreffen. Kleinere Gruppen schafften es, sich den Vertreibungsbemühungen zu widersetzen und ihre Siedlungsgebiete in Michigan zu behalten. Allerdings sind diese Regionen inzwischen nahezu durchgehend in Reservate umgewandelt worden.

Bildquelle: 185594561 – Chrys Omori – Flickr.com (Bestimmte Rechte vorbehalten)