Haar
Das einzelne Haar ist aus bestimmten Chemikalien zusammengesetzt, und jedes einzelne Haar gehört zu den Keratinfasern. Das heißt Keratine sind Proteine – so genannte Eiweiße – die aus insgesamt 20 unterschiedlichen Aminosäuren zu langen Kettenmolekülen zusammengesetzt werden. Die einzelnen Proteine unterscheiden sich dabei nur durch die Kettenlänge und die Reihenfolge der in ihnen angeordneten Aminosäuren. Circa die Hälfte der Proteine zeigt dabei eine ungeordnete und knäuelartige Struktur, die anderen Proteine zeigen dabei wieder Aminosäuresequenzen auf die dem einzelnen Molekül eine gewundene Form geben – Alpha Helix -.
Das Haar ist grundsätzlich aus unterschiedlichen Chemikalien zusammengesetzt. Darunter fällt die Elementzusammensetzung. In dieser Zusammensetzung sind Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoffe und Stickstoffe enthalten. Eine andere Zusammensetzung sind die essentiellen Spurenelemente. Im Haar sind also enthalten Jod, Zink, Eisen und Kupfer. Das Haar besteht außerdem aus 20 unterschiedlichen Arten der Aminosäuren. Proteine sind zu 50% aus ungeordneten Proteinen – amorphe – und aus 50% aus Proteinen in Form einer Schraube vorhanden – Alpha-helikale -. Das Haar besteht zuletzt aus 12% Wasser und aus Lipiden – wie zum Beispiel Cholesterin -.
Der natürliche Haarzyklus
Jedes Haar unterliegt einem natürlichen Zyklus des Wachsens und Absterbens.
Die erste Phase ist die Wachstumsphase – Anagenphase –
In dieser Zeit wächst jedes Haar im Monat ca. 1 cm. Circa 85-90% der gesamten Haare eines Menschen befinden sich dabei zeitgleich in der Wachstumsphase.
Die zweite Phase ist die Übergangsphase – Katagenphase –
Hat das Haar die Wachstumsphase abgeschlossen dann wird es von den Haarwurzeln abgetrennt und langsam in Richtung Kopfhaut geschoben. Diese Phase dauert in der Regel ca. 2-3 Wochen, und betrifft gleichzeitig etwa 1% aller Haare auf dem Kopf eines Menschen.
Die dritte Phase ist die Ruhephase – Telogenphase –
In dieser Phase ruht das Haar, und ist damit auch von der Nährstoffversorgung abgeschnitten. Das Haar fällt dann in der Regel nach ca. 1-3 Monaten aus. Der Haarfollikel der das alte Haar in Richtung Kopfhaut geschoben hat wandert dann wieder zurück in die tieferen Hautschichten. Langsam beginnt ein neues Haar zu wachsen da sich der Stoffwechselprozess von neuem aktiviert. Insgesamt befinden sich ca. 10-15% der gesamten Haare zeitgleich in diesem Prozess.
Der Prozess der Haarbildung ist im gesamten menschlichen Organismus der aktivste Syntheseprozess und nur geringe Störungen können diesen Prozess beeinflussen. Bei einem durchschnittlichen Europäer hat ein einzelnes Haar einen Durchmesser von ca. 0,08 mm. Und jedes einzelne Haar wächst dabei am Tag rund 0,1-0,2 mm. Dunkle Haartypen haben dabei eine Haardichte von ca. 300, blonde Haartypen ca. eine Haardichte von ca. 900 Haaren pro Quadratzentimeter. Jeden Tag ergibt das also eine Haarproduktion von 20-30 Metern.